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PRAXISÜBERNAHME

Zahnarztpraxis übernehmen: Chancen prüfen, Risiken erkennen

Die Übernahme einer bestehenden Zahnarztpraxis ist der häufigste Weg in die zahnärztliche Selbstständigkeit. Sie bietet einen vorhandenen Standort, ein eingespieltes Team und laufende Umsätze. Gleichzeitig übernimmt die Käuferin oder der Käufer wirtschaftliche, technische und organisatorische Rahmenbedingungen, die vor der Unterschrift sorgfältig geprüft werden müssen.

65 %entschieden sich 2025 für die Übernahme einer Einzelpraxis.
518.000 €betrug das durchschnittliche Investitionsvolumen dieser Übernahmen.
25 %der Gründenden wählten den Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft.

Wirtschaftliche Prüfung

Mehrjährige Umsatz- und Kostenentwicklungen, Fallzahlen, Leistungsstruktur, Privatanteil, Laborquote, Personalkosten und Investitionen zeigen, wie die Praxis tatsächlich arbeitet. Ein einzelnes gutes Jahr reicht nicht. Auffällige Veränderungen müssen erklärt und auf ihre Nachhaltigkeit geprüft werden.

Die Planung sollte außerdem abbilden, welche Umsätze nach dem Inhaberwechsel realistisch erhalten bleiben und welche Veränderungen durch das eigene Behandlungskonzept entstehen.

Kaufpreis und Praxiswert einordnen

Der Kaufpreis kann materielle Werte wie Geräte und Einrichtung sowie immaterielle Werte wie Patientenstamm, Standortvorteile und Organisationsstrukturen enthalten. Eine Bewertung ist keine automatische Kaufpreisgarantie. Entscheidend ist, welchen Ertrag die Praxis unter den künftigen Bedingungen für die übernehmende Person erwirtschaften kann.

Zusätzlicher Investitionsbedarf für Technik, Digitalisierung, Barrierefreiheit oder Umbau gehört in die Gesamtbetrachtung – auch wenn er nicht Bestandteil des Kaufpreises ist.

Mietvertrag, Team und Technik prüfen

Ohne langfristig tragfähigen Mietvertrag kann selbst eine wirtschaftlich gute Praxis riskant sein. Laufzeit, Optionen, Indexierung, Umbauzustimmung, Konkurrenzschutz und Übertragbarkeit sollten früh geklärt werden.

Beim Team sind Qualifikationen, Verträge, Vergütung, Arbeitszeiten, offene Urlaubsansprüche und Schlüsselrollen relevant. Bei Geräten und IT zählen Alter, Wartung, Zulassungen, Datensicherheit, Schnittstellen und absehbarer Ersatzbedarf.

Übergabe aktiv planen

Eine gute Übergabe regelt Kommunikation mit Team und Patienten, Daten- und Dokumentenübergabe, Abrechnung, Lieferanten, Versicherungen und die zeitliche Rolle der abgebenden Person. Das Ziel ist Kontinuität, ohne notwendige Veränderungen aufzuschieben.

Auch Zulassung, Vertragszahnarztrecht, Datenschutz, Arbeitsrecht und steuerliche Struktur müssen mit spezialisierten Beraterinnen und Beratern abgestimmt werden.

Prüfreihenfolge für die Übernahme

  1. Persönliches Zielbild und Suchprofil definieren.
  2. Standort, Leistungsstruktur und wirtschaftliche Basis vorprüfen.
  3. Vertraulichkeitsvereinbarung und belastbare Unterlagen anfordern.
  4. Wirtschaftliche, rechtliche, technische und personelle Prüfung durchführen.
  5. Kaufpreis, Investitionsbedarf und Finanzierung zusammenführen.
  6. Verträge, Zulassung und Übergabeplan aufeinander abstimmen.

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HÄUFIGE FRAGEN

Antworten im Überblick

Welche Unterlagen brauche ich für die Praxisprüfung?

Wichtig sind unter anderem Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Abrechnungs- und Leistungsdaten, Inventarlisten, Wartungsunterlagen, Mietvertrag, Personalübersicht und relevante Verträge.

Wie wird der Wert einer Zahnarztpraxis bestimmt?

Materielle und immaterielle Werte, Ertragskraft, Standort, Patientenstruktur, Investitionsbedarf und Risiken fließen ein. Für eine belastbare Einordnung ist eine fachkundige individuelle Bewertung erforderlich.

Was ist bei der Übergabe besonders wichtig?

Klare Kommunikation, gesicherte Zulassung, ein tragfähiger Mietvertrag, Datenschutz, Teamkontinuität und ein verbindlicher Zeitplan reduzieren Reibungsverluste.